Zusammenarbeit mit Familien

Familien sind in der Regel die ersten und wichtigsten Bindungs- und Bezugspersonen für Kinder. Die Erziehungsberechtigten sind die Experten ihrer Kinder und ihr Wissen über diese leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dem Kind individuelle und lebensnahe Bildungsprozesse zu ermöglichen (MKFFI, 2018). Die Familie insgesamt prägt das Kind in den ersten Jahren seiner Entwicklung wesentlich. Durch den Übergang in die Kindertageseinrichtung, als erste außerfamiliäre Betreuungsinstitution, verändern sich die Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsvoraussetzungen und –einflüsse für das Kind. Neben den Familien sind ab dem Eintritt in die KiTa zusätzlich die pädagogischen Fachkräfte für einen positiven Entwicklungsverlauf des Kindes mit zuständig. Die in den ersten Lebensjahren der Kinder stattfindenden grundlegenden Bildungsprozesse können durch das Fachwissen der pädagogischen Fachkräfte angeregt und unterstützt werden (Preissing, 2019).

Wichtig ist, dass sich alle (erwachsenen) Beteiligten über die Triade Kind – Familie – pädagogische Fachkraft bewusst sind und Letztere einen sensiblen Umgang mit dieser besonderen Situation pflegen (Schuch, 2018). Wichtig dafür ist eine positive Grundhaltung bei den pädagogischen Fachkräften, die dazu beiträgt eine gelingende Partnerschaft zum Wohle des Kindes umzusetzen. Dazu ist das Bewusstsein notwendig, dass Familien und pädagogische Fachkräfte unterschiedliche Rollen in der Beziehung des Kindes einnehmen und dies anzuerkennen ist. Detert (2017) betont diesbezüglich, dass die Orientierung am Wohle des Kindes und die dahingehende Unterstützung nur gemeinsam mit den Familien erfolgen kann, da diese die Hautbezugspersonen sind. Dem Erreichen der Bildungs- und Teilhabechancen aller Kinder kann nur in einem gemeinsamen Vorgehen gerecht werden. Das Ziel ist, die gesellschaftlichen Teilhabechancen für alle Kinder unabhängig ihrer sozialen und kulturellen Herkunft zu stärken und durch eine effektive Zusammenarbeit mit Familien die Nachhaltigkeit von Bildungserfahrungen der Kinder zu verbessern.

Die Gesellschaft entwickelt sich in ihren sozialen und kulturellen Strukturen fortwährend weiter. Damit ändern sich auch Familienstrukturen sowie Familienkulturen sowie ebenfalls die Bedarfe, Ansprüche und Bedürfnisse der Familien.
Diese Veränderungen führen immer auch zu einem Wandel der pädagogischen Arbeit sowie dem Zusammenleben mit den Kindern und Familien innerhalb der Kindertageseinrichtung. Daher müssen sich pädagogische Fachkräfte damit auseinandersetzen, wie sie sich Familien gegenüber positionieren, in welcher Form und auf welcher Grundlage sie sich abgrenzen sowie welche Unterstützungsmechanismen sie anbieten. Insgesamt ist die Frage zu beantworten, welche Maßnahmen aus professioneller pädagogischer Sicht getroffen werden müssen, damit die Kompetenzen der Familien und der KiTa im gemeinsamen Interesse, das Kind in seiner Entwicklung bestmöglich zu begleiten, gemeinsam wirken können.

Nachdem die multiprofessonielle Zusammenarbeit im November 2019 im Rahmen des KiTa Labs erfolgreich und zielführend das Haus der modernen Elementarpädagogik sowie den Situationsansatz als Grundlage der pädagogischen Arbeit ergeben hat, soll diese Form der Arbeitsgruppe nun ab Januar 2022 erneut ins Leben gerufen werden.

Die Arbeitsform des Labs, das gemeinsame Experimentieren und Ausprobieren in offener Runde soll für das Thema „Zusammenarbeit mit Familien“ genutzt werden. Ziel ist, gemeinsam mit KiTa-Fachkräften, KiTa-Leitungen, Gebietsleitungen, Mitarbeitenden der MAV KiTa, der Personalentwicklung und KiTa-Entwicklung Handlungsimpulse und Kriterien als Arbeitsgrundlage für unsere KiTas zu entwerfen, die diesen als Unterstützungsinstrumente zur Verfügung gestellt werden.