KiTa Lab

Gemeinsam an einem Konzept für eine moderne Pädagogik zu arbeiten und gleichzeitig die Individualität der rund 260 Einrichtungen des KiTa Zweckverbandes zu respektieren und zu schätzen, das verbirgt sich hinter der Strategie für den Bereich „Konzeption und Pädagogik“. Ziel ist, zu erkennen, was die Einrichtungen brauchen, um auf einem hohen Qualitätsniveau und in einem gesunden Arbeitsklima handeln zu können. Eine Vielzahl an pädagogischen Ansätzen soll ihnen dafür zur Verfügung stehen.

Eine erste Methode, um dieses Ziel zu erreichen, ist das KiTa Lab. „Lab“ kommt von Labor und beschreibt das gemeinsame Experimentieren und Ausprobieren in offener Runde. KiTas sind frühkindliche Bildungseinrichtungen. Im Mittelpunkt allen Handelns steht das Kind, welches in seiner individuellen Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung begleitet und für sein künftiges Leben gestärkt wird.

Start des Labs im November 2019

Das Lab wurde Ende 2019 ins Leben gerufen, bestehend aus einem multiprofessionellen Team, welches sich aus KiTa-Leitungen, der KiTa-Entwicklung, der Personalentwicklung, den Gebietsleitungen und der MAV KiTa zusammensetzte. Dabei wurde die Fragestellung bearbeitet, welche Unterstützungsmechanismen allen KiTas zur Verfügung gestellt werden können, um die pädagogische Qualität nachhaltig zu sichern und moderne Bildungsprozesse zu ermöglichen.

Jedem Kind soll ein moderner, angemessener Lebens- und Bildungsraum geboten werden. Gemäß unserem Leitbild verfolgen wir das Ziel, jedem Kind gerecht zu werden, es in seiner individuellen Identität zu stärken sowie anregende Lebens- und Lernräume zu bieten. Die Dyade Erziehung und Bildung wird in Form von partizipatorischen Prozessen umgesetzt, damit die Kinder ihre Selbstbestimmung, Eigenverantwortlichkeit und Orientierungskompetenz fördern und gestalten können.

Diese Verzahnung, zum einen die Sicherstellung der aktuellen Qualitätsstandards zu gewährleisten und zum anderen die KiTa als einen modernen Bildungsraum zu etablieren, waren richtungsweisend für die KiTa Lab-Gruppe. Erste Vorgehensweisen wurden in einem großen Lab-Treffen vorstrukturiert und erste Arbeitspakete geschnürt. Daraus resultierend ergaben sich drei Arbeitsgruppen, in die sich die Teilnehmenden schwerpunktmäßig zuordnen konnten: dem pädagogischen Ansatz, dem pädagogischen Konzept und dem pädagogischen Schwerpunkt. Es folgten regelmäßige Treffen in Kleingruppen, die in jeweils unterschiedlichen Kindertageseinrichtungen des KiTa Zweckverbandes stattfanden. In den einzelnen Gruppen wurde dieses Setting bewusst gewählt, um sich Anregungen aus verschiedenen KiTas zu holen und die Gegebenheiten vor Ort in der Arbeit mit zu bedenken.

Haus der modernen Elementarpädagogik

Das „Haus der modernen Elementarpädagogik“ wurde im Zuge des KiTa Labs entwickelt. Es ist an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angelegt. Das Fundament des Hauses bildet das Leitbild des KiTa Zweckverbandes sowie das KTK-Bundesrahmenhandbuch. Das Fundament, bestehend aus diesen beiden Elementen, bietet dem Haus der modernen Elementarpädagogik einen sicheren Stand und für die pädagogischen Fachkräfte eine sichere Handlungsfähigkeit. Das Handeln der pädagogischen Fachkräfte des KiTa Zweckverbandes ist durch das christliche Menschenbild geprägt.

Auf dem Fundament sind drei Säulen angelegt, bestehend aus dem pädagogischen Ansatz, dem pädagogischen Konzept und dem pädagogischen Schwerpunkt. Der pädagogische Ansatz und das pädagogische Konzept geben dem Haus der modernen Elementarpädagogik Stabilität. Diese beiden Säulen sind Grundvoraussetzung, um die moderne Elementarpädagogik in der Kindertageseinrichtung umsetzen zu können. Die dritte Säule ist der pädagogische Schwerpunkt, welche den KiTas als Zusatz eine Profilschärfung ermöglicht.

Der pädagogische Ansatz umfasst historische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Entwicklungselemente. Er bezieht sich auf ein bestimmtes Menschenbild. Er beinhaltet die Überzeugungen, Werte, Normen, Ziele und Methoden, die handlungsleitend für die ganze Kindertageseinrichtung sind. Die pädagogische Fachkraft lebt den Ansatz in ihrem Rollenverständnis und stärkt somit ihre Professionalität.

Der pädagogische Ansatz ist in dem pädagogischen Handlungskonzept eingebettet. Pädagogische Handlungskonzepte gewähren Möglichkeiten zur Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit, mit denen die Kindertageseinrichtung sich intensiv auseinandersetzt und die konkrete Umsetzung festlegt. Eine unabdingbare Grundlage für das passende Handlungskonzept bietet die Sozialraumanalyse sowie die Betrachtung der Gegebenheiten vor Ort.

Ein pädagogischer Schwerpunkt beschreibt die Spezialisierung im pädagogischen Handeln und die inhaltliche Ausrichtung der KiTa. Dadurch erlangt die Kindertageseinrichtung ein Profil, das Orientierung sowie Qualitätssicherung bietet. Entscheidend ist, dass Inhalte dauerhaft und ganzheitlich umgesetzt und gelebt werden. Die Spezialisierung sollte nach innen und außen sichtbar und ein Aushängeschild der Kindertageseinrichtung sein.
Ferner beinhaltet das Haus einen Kamin, ein sogenanntes Output-Barometer. Das „Haus der modernen Elementarpädagogik“ gibt den pädagogischen Fachkräften Struktur, Unterstützung, eine Grund- und Wertehaltung, Mitbestimmungsrecht, Kompetenz und eine Erreichung von aktuellen Qualitätsstandards, um den Kindern und Familien eine individuelle Bildungsarbeit, Wertschätzung, Vertrauen, Partizipation, Verlässlichkeit, eine gute Erziehungspartnerschaft, Orientierung und Inklusion auf allen Ebenen entgegenzubringen.

Ausblick

Ziel des Labs ist die Selbstreflektion. Jede KiTa soll sich hinterfragen, nach welchen Ansätzen, Konzepten und Methoden sie arbeitet und wie das tägliche Engagement mit dem Leitbild des KiTa Zweckverbandes einhergeht. Das „Haus der modernen Elementarpädagogik“ soll dabei als Arbeitshilfe dienen, um ein Profil der eigenen Einrichtung zu erstellen und den Fachkräften Handlungssicherheit zu geben. Grundlage der Überlegungen sind dabei stets die Inhalte des KTK-Gütesiegel Bundesrahmenhandbuchs und unseres Leitbildes.

Es ist ein lebendiger und wachsender Prozess, bei dem alle Teilnehmenden schon bei der Bearbeitung viel voneinander lernen. Mit Hilfe einer digitalen Datenbank sollen in Zukunft alle Einrichtungen Einblicke in diesen Prozess haben.

Das weitere Vorgehen und auch die zukünftigen Ergebnisse werden an dieser Stelle regelmäßig aktualisiert.